Käferhaus – Käferhotel

Das Käferhotel sollte aus chemiefreien Stoffen bestehen wie z. B. unbehandeltem Holz. Geeignet sind zum bauen auch Ziegelsteine, alte Blumentöpfe, ausgediente Holzmöbel und Puppenstuben aus ökologischer Herstellung. Als Schutzanstrich sind nur reine Öle und Wachse erlaubt, die keinerlei Duftstoffe enthalten. Eine Option ist auch ein Käferhaus aus Keramik oder Ton.

Um sich Kammern zu schaffen, sind leere Ökopapierrollen geeignet. Das Füllmaterial kann bestehen aus Strohhalmen, Heu, Holzwolle, Tannen- und Fichtenzapfen, Rindenmulch, Torf oder Laub-Erde-Gemisch. Fertige Käferhotels enthalten bereits Kammern und bedürfen nur des Füllmaterials. Als Alternative gibt es kleine Einkammerkäferhotels in Form von Wichtelhäuschen. Ein solches Käferhaus ist natürlich auch ein schönes dekoratives Mittel in Ihrem Garten.

Die Kammer dürfen getrost locker befüllt werden, denn zu fest gepresstes Füllmaterial schreckt Käfer ab. Käfer produzieren ein körpereigenes Frostschutzmittel, sie benötigen das Füllmaterial im Käferhotel also nur als Isolierung für sich und ihren Nachwuchs.

In freier Wildbahn schützen sich Käfer in Mauerritzen, unter Raumrinden und Laub sowie im Boden vor der Kälte. Käfer überdauern die frostige Zeit stets in Gruppen und nie als Einzeltier, somit müssen sie nach dem Erwachen aus der Winterstarre nicht mehr nach einem Geschlechtspartner suchen. Aus diesem Grund sollte ein Käferhotel im Idealfall ungefähr 50 – 100 cm groß sein oder es sollten ausreichend kleine Käferhotels aufgestellt werden. Dies sollte auch beim bauen bzw. kaufen beachtet werden.

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Pflege und Wartung des Käferhotel

Der Aufwand der Pflege und Aufsicht ist minimal, denn die kleinen Bewohner säubern ihre Kammern selber. Nur verlassene Kammern dürfen vorsichtig mit einem Pinsel gereinigt werden, im Zweifelsfall sollte die Kammer in Ruhe gelassen werden.

Im Laufe der Zeit setzt sich eine Patina auf dem Käferhotel ab, Verfärbungen, Zersetzungen, Pilze, Flechten und Moose breiten sich aus. Keinesfalls sollten diese Vorgänge gestoppt und die Bewuchsteppiche entfernt werden. Die Gerüche der Zersetzungsprozesse locken Käfer ins Käferhaus, die Bewüchse fungieren als natürliche Keimtöter. Lediglich Spinnweben sind vom Käferhaus zu entfernen.

Umgebung, Standort und Nahrungsquellen

Gast Käferhaus und Käferhotel

Käfer – bestimmte Arten ziehen in das Käferhaus/Käferhotel

Ein Käferhotel muss unbedingt an einer windgeschützten und schattigen bis halbschattigen Stelle stehen. Ferner sollte darauf geachtet werden, dass die Tiere nach Beendigung ihrer Winterstarre ausreichend Nahrung finden. Je nach Käferart ernähren sie sich von

  • Todholz
  • Fäulnis
  • Dung
  • Trockenlaub
  • Pilzen
  • Nektar und Pollen
  • verschiedenen Lebendhölzern: Nadel- und Laubbäume, Busch- und Kletterpflanzenpflanzen (der vom Aussterben bedrohte Hirschkäfer ist fast ausschließlich auf Eichen angewiesen)
  • Weichtieren, Raupen, Maden und anderen Insekten
  • Kaulquappen und Fischlaich

Wasserstellen am Käferhaus

Käfer nehmen Wasser über ihre Beine auf. Wie alle Lebewesen sind sie daher auf Wasserstellen angewiesen. Keinesfalls dürfen Wasserschalen oder Vogeltränken aufgestellt werden, da sie Keime entwickeln. Ein kleiner Teich mit Wasserpflanzen, die das Wasser auf natürliche Weise reinigen, wäre in der Nähe des Käferhotels ideal. Kleine Fische im Teich halten den Pflanzenwuchs im Zaum. Räuberisch lebende Fische ernähren sich neben Insekten von Schlüpflingen, somit ist eine Überpopulation nicht zu befürchten.

Käferhaus kaufen oder selber bauen?

Mit den obigen Hinweisen können Sie selbst entscheiden, ob Sie ein Käferhotel lieber selber bauen oder eins kaufen. Mit etwas handwerklichen Geschick lässt sich das Käferhaus selber bauen. Sollte es schneller gehen, so findet man zahlreiche Hotels und Häuser in verschiedenen Online Shops zu kaufen.

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